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Der Präventionsindex: Wie gut ist unsere Gesundheitsvorsorge?

Lesezeit: 3 min.

Es ist ein erklärtes politisches Ziel der Ampelkoalition: Prävention soll im deutschen Gesundheitssystem wichtiger werden. Doch wo steht Deutschland derzeit bei der Prävention – der Vermeidung von Erkrankungen und Gesundheitsvorsorge? Und vor allem: Wie lässt sich der Status quo verbessern? Ein interdisziplinäres Fachgremium hat einen Präventionsindex entwickelt. Er macht Präventionsarbeit messbar und zeigt zweierlei: Häufig fehlen konkrete Ziele und es gibt großes Verbesserungspotenzial. 

 

Warum Vorsorge für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem wichtig ist, welche Rolle der Präventionsindex dabei spielen könnte.  

Warum ist Gesundheitsvorsorge wichtig?

Mehr als die Hälfte der Erkrankungen, die  heute behandelt werden, sind lebensstilbedingt. Das heißt, viele könnten verhindert werden. Etwa 40 Prozent der Todesfälle in Deutschland sind auf verhaltensbedingte Risikofaktoren zurückzuführen, wie risikoreiche Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und zu wenig Bewegung. Gleichzeitig nehmen Erkrankungen wie Adipositas – krankhaftes Übergewicht – und Diabetes in der Gesellschaft zu. Sie betreffen auch immer mehr jüngere Menschen.

 

Gezielte Präventionsmaßnahmen - zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheits- oder Ernährungsprogramme in Kindergärten und Schulen, Sportangebote in Gegenden mit besonderem Förderungsbedarf, regelmäßige Gesundheitschecks oder Anreize bei gesundheitsförderlichem Verhalten - können zu einer gesünderen Lebensweise und damit zu mehr Gesundheit beitragen. In Deutschland gibt es bereits verschiedene Präventionsangebote, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Eine datengestützte Analyse, inwieweit diese in der Vergangenheit genutzt wurden, fehlte bislang.

Präventionsindex: Kenn- und Zielwerte für die Präventionsarbeit in Deutschland

Genau diese datengestützte Analyse der Präventionsarbeit soll der Präventionsindex leisten: Ein interdisziplinäres Expertenteam um den Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Wolfgang Greiner von der Universität Bielefeld hat erstmals systematisch Kenn- und Zielwerte für die Präventionsarbeit in Deutschland zusammengetragen, um Gesundheitsvorsorge in Deutschland messbar zu machen.

 

Dafür wurde der Stand einzelner Maßnahmen – beispielsweise von Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen – aus öffentlich-zugänglichen Quellen aufgearbeitet und den Zielwerten, die beispielsweise von medizinischen Fachverbänden, dem Bundesgesundheitsministerium oder der WHO definiert sind, gegenübergestellt. Anhand verschiedener Einzelindizes in verschiedenen Präventionsfeldern und einem Gesamtindex kann so der Stand der Präventionsarbeit in Deutschland bewertet werden.

Präventionsindex

Der Präventionsindex ist eine Weiterführung der ein Jahr zuvor unter wissenschaftlicher Leitung des Gesundheitsökonoms Prof. Reinhard Busse auf Initiative von Springer Medizin sowie dem Pharmaunternehmen Pfizer entstandenen „Berliner Erklärung“ zur Gesundheitsvorsorge der Zukunft.

Laden Sie sich hier die Berliner Erkärung herunter

Prävention in Deutschland: Zu wenig konkrete Ziele

Auf das Messen kommt es an, denn: Wo keine gesetzten Ziele, da keine systematische Förderung, um die Ziele zu erreichen. Und genau hier liegt eine der Hauptschwachstellen, wenn es um die Gesundheitsprävention in Deutschland geht: Zu 71 Prozent der über 300 Präventionskennzahlen im Index existiert kein definierter Zielwert. Wenn die Prävention aber besser werden soll, müssen Ziele definiert werden, die dann mit entsprechenden Strategien und Maßnahmen erreicht werden sollen.

Beispiel: Prävention durch Grippeimpfung

Die EU und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen eine Impfquote von 75 Prozent für Risikogruppen (Zielwert). In Deutschland liegt die Impfquote der Risikogruppe bei 39 Prozent (aktuelle Präventionsarbeit). Deutschland verfehlt das Ziel also fast um die Hälfte.

Beispiel: Darmkrebsvorsorge

Für Menschen ab 55 wird eine Darmspiegelung als Krebsvorsorge empfohlen, denn diese Krebsart hat, wenn sie frühzeitig entdeckt wird, gute Heilungschancen. 59 Prozent der 55+-Jährigen nehmen diese Untersuchung wahr. Ein Zielwert – beispielsweise, dass mindestens 75 Prozent der 55+-Jährigen diese Untersuchung wahrnehmen sollten – ist allerdings nicht definiert.

 

Für den „Präventionsindex“ wurden diese Daten aus zahlreichen nationalen und internationalen Quellen wie medizinischen Fachgesellschaften oder der WHO zusammengetragen. Die systematische Bestandsaufnahme im Präventionsindex misst folgende sechs Präventionsfelder und zeigt so Potenzial für Verbesserung auf:

  • Herzkreislauf
  • Krebs
  • Infektionskrankheiten
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen
  • Psychische Beschwerden
  • Zahngesundheit

 

 

Erfahren Sie mehr über den Präventionsindex

Besuchen sie die Website oder laden sie sich den Flyer herunter. 

Bild: Shutterstock

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