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Dr. Michael Gurr_digitale Sprechstunde_Bühne

Digitalisierung

„Ein Drittel meiner Patienten könnte ich über Online-Sprechstunden behandeln."

Eine Hausarztpraxis auf dem Land in Rheinland-Pfalz. Vor fünfzehn Jahren versorgten sieben Hausärzte die 10.000 Einwohner in Eisenberg. Heute sind es noch drei. Seit zwei Jahren bietet Dr. Michael Gurr seinen Patienten Online-Sprechstunden in seinem Online-Sprechzimmer meinarztdirekt.de an. Sein Fazit ist durchaus positiv.

„Online-Sprechstunden sind mehr Aufwand als Nutzen für alle Beteiligten – man muss investieren, hat Ärger mit der Praxissoftware, die Online-Anfragen müsste man außerhalb der Praxisöffnungszeiten beantworten, weil man neben dem normalen Betrieb nicht dazu kommt, und das Wartezimmer bleibt so voll wie vorher“ – soweit die Vorurteile vieler Kollegen. Richtig hingegen ist, dass die schriftliche Online-Sprechstunde über unser selbst entwickeltes Portal viele Vorteile für Patient und Arzt bietet. Dies vor allem im ländlichen Raum, wo es besonders älteren Menschen schwer fällt, die oft weit entfernte nächste Arztpraxis zu erreichen. Dabei biete ich von Anfang an bewusst keine Videosprechstunde an, da Videokontakte zeitabhängig sind. Das heißt, es müssten hier wie bei einem Telefonat Sprechstundenzeiten reserviert werden, und diese dauern unter Umständen sogar länger als reale Arzt-Patientenkontakte in der Praxis. meinarztdirekt.de hat den Vorteil, dass hier Arzt und Patient absolut zeit- und ortsunabhängig miteinander kommunizieren können!

 

Unsere Technik gleicht einer modernen Messenger-Kommunikation im geschützten Raum. 300 meiner Patienten (1900 Patienten pro Quartal) haben einen Zugangscode, 120 von ihnen sind bereits registriert und nutzen die Online-Sprechstunde regelmäßig. Abgerechnet wird bequem per Online-Bezahlsystem nach GOÄ bei Abschluss jeder Online-Konsultation. Privatpatienten drucken sich die Rechnung in ihrem Account aus und reichen sie bei ihrer Kasse zur Erstattung ein. Mit gesetzlichen Kassen laufen derzeit Verhandlungen über Erstattungen im Rahmen von Pilotprojekten.

 

Meine konkreten Erfahrungen: Alle Nutzer kenne ich persönlich, sie sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Häufig geht es um die Kontrolle der Blutdruck- oder Blutzucker-Werte, Erörterung von Laborwerten und ähnliche kleinere Anliegen, für die kein direkter Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich ist. Die Patienten schreiben ihre Anfrage im geschützten Raum und ich beantworte sie, sobald ich Zeit habe – meist innerhalb eines Tages. Da die Patienten ihre Anfrage schriftlich formulieren, kommen sie viel schneller auf den Punkt als im realen Sprechzimmer. Außerdem bestätigen alle Online-Patienten, dass sie die von mir ebenfalls schriftlich gegebene Auskunft viel nachhaltiger finden, weil sie sie jederzeit noch einmal nachlesen können! Ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass ich für die Beantwortung der Online-Anfrage oft weniger Zeit benötige, als für die Konsultation mit vergleichbaren Anliegen während der Sprechstunde.

 

www.meinarztdirekt.de ist ein Online-Sprechzimmer entwickelt von Arzt für Ärzte und ihre Patienten. Diese sind herzlich eingeladen, sich zu registrieren und meinarztdirekt.de zu nutzen und zu verbreiten!

 

Neugierig geworden? Würden Sie eine Online-Sprechstunde in Erwägung ziehen?

Kommentare

  1. Isabell

    Gerade die Kontrolle der Blutdruckwerte fände ich sinnvoll per Online-Sprechstunde: Man misst zuhause in Ruhe seinen Blutdruck und gibt die Werte online durch - und erschrickt weder sich selbst noch seinen Arzt mit dem künstlich erhöhten "Praxis-Blutdruck"!

    vor 10 Monate
  2. Redaktion

    Gutes Beispiel, liebe Isabell! Haben andere Leser weitere Ideen, wann und wie eine Online-Sprechstunde für sie sinnvoll wäre?

    vor 10 Monate
  3. Marion Fröbe aus Velbert

    Super Idee auch dem Patienten Eigenverantwortung und Selbsteinschätzung zu vermitteln.

    vor 10 Monate
  4. Anonym

    Ich habe eh das Weißkittelsyndrom

    vor 10 Monate
  5. George

    Ich als junger Mensch fände es gut, wenn ich nicht wegen jeder Erkältung zum Arzt rennen müsste nur der AU-Bescheinigung willen. Hustensaft und Nasenspray gibt es sowieso rezeptfrei, da brauch ich auch kein Rezept.
    Es ist aber jedes mal fürchterlich sich hochzuquälen und mehrere Stunden in einem Wartezimmer zu verbringen mit anderen kranken Menschen. Die Zeit könnte ich sinnvoller nutzen mit inhalieren, Tee trinken und Bettruhe.

    vor 10 Monate
  6. Marion Fröbe

    Richtig erkannt..denn der Apother ist auch ein adäquater Berater dazu

    vor 10 Monate
  7. Dorothee

    Ich muß regelmäßig Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen um die SD-Medikation daran anzupassen. Zur Mitteilung der Befunde und ob die Dosis so bleiben kann, muß ich jedesmal in die Sprechstunde kommen. Das finde ich sehr lästig, weil ich dann meist früher von der Arbeit weg muss, Wartezeiten habe, und im Sprechzimmer maximal 5 Minuten verbringe. Mir würde es völlg reichen, wenn mir der Befund gemailt würde, mit dem Hinweis, ob die Dosierung so bleibt, oder ich mir ein neues Rezept abholen muss. Das kann ich mir aber dann so einteilen, wie es am besten passt.

    vor 10 Monate
  8. Dr. Michael Gurr

    Vielen Dank, dies ist ein typisches Beispiel für eine schriftliche Online-Konsultation, wie ich Sie bei einigen meiner Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen über meinarztdirekt.de nutze.

    vor 10 Monate
  9. Andreas

    Eine klasse Idee - gerade im Bereich der Flächengebiete. Wäre es nicht möglich, auch die (Stamm)Apotheken der Patienten mit einzubinden, um beispielsweise auch Medikationspläne, Interaktionen usw. gemeinsam und mit den Patienten zu begleiten?

    vor 9 Monate

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