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Intro: Prävention - Close The Gap!

In vielen Industrienationen dämmert die Erkenntnis, dass unsere Gesundheitssysteme in Wahrheit Krankheitssysteme sind. Das Geld fließt zum Schaden anstatt in die Schadensvermeidung. Es klafft ein gewaltiger Gap – eine Gesunderhaltungs-Lücke: mit viel Aufwand wird repariert, was zuvor nicht geschützt war. Und dabei ist das Wissen darüber, was schützt und gesund hält, weit verbreitet.

 

Rein nach Zahlen sieht das so aus: Von den 3.108,18 Euro, die die Gesetzlichen Krankenkassen 2018 pro Versicherten im Schnitt aufbrachten, wurden 150 Euro in Gesunderhaltung und Vorsorge investiert. Und das war schon mehr als in den Vorjahren.

Gesundheit in Deutschland – einige Beispiele

Wir werden älter und kränker – muss das so sein?

Wer heute in Deutschland 65 Jahre alt ist, hat statistisch noch 6,5 gesunde, insgesamt aber noch 15 Lebensjahre vor sich.

Das betrifft derzeit rund 16 Millionen Menschen in Deutschland. Im Jahr 2039 werden es rund 22 Millionen sein. Auch ihre Lebenserwartung wird zukünftig weiter steigen.

Allerdings: Ihre Lebensqualität steigt dadurch nicht. Denn ältere Menschen sind der Teil der Gesellschaft, der am häufigsten von chronischen Erkrankungen betroffen ist, allen voran Herzkreislauf- und Krebserkrankungen. Dass dies kein Automatismus sein muss, zeigen Zahlen aus anderen Ländern: In Norwegen und Island beispielsweise haben ältere Menschen ab 65 Jahren durchschnittlich noch 15 gesunde Jahre vor sich.

Wir werden schon in jungen Jahren immer dicker und damit früher krank – muss das so sein?

Ein Beispiel von der anderen Seite der Lebensspanne: Rund 15 Prozent der Kinder in Deutschland sind übergewichtig, 6 Prozent davon adipös. Kinder aus sozial schwachen Haushalten sind davon deutlich häufiger betroffen als ihre Altersgenossen aus den Haushalten Besserverdienender. Insgesamt ist mehr als die Hälfte der Deutschen übergewichtig – und wird damit zur Risikogruppe für die Entwicklung von Stoffwechselstörungen, insbesondere eines Diabetes mellitus Typ 2, im weiteren Verlauf auch für Schlaganfälle und Krebs.

Wer arm ist, stirbt früher – darf das so sein?

Der Unterschied der Lebenserwartung zwischen Menschen mit hohem und niedrigem Einkommen beträgt zehn Jahre. Dabei bestimmt Bildung den Grad der Gesundheitskompetenz, den Lebensstil, berufliche Chancen, Lebenszufriedenheit und soziale Teilhabe – alles wichtige Einflussfaktoren für die Gesundheit. Nur: Genau wie der Bildungsstatus wird auch der soziale – und damit ebenfalls der gesundheitliche Status von Generation zu Generation weiter „vererbt“.

Wir werden angreifbarer durch vermeidbare Erkrankungen – wie kann das sein?

Die jüngste Meldung des Robert Koch-Instituts galt den Impfquoten gegen Polio – einer schon überwundenen geglaubten Erkrankung, die sich in Deutschland Anfang der 1950er Jahre epidemieartig ausgebreitet hatte und fast 10.000 Menschen das Leben gekostet hatte. Die Durchimpfungsraten sind hier in jüngster Zeit gesunken. Und damit entsteht ein Einfallstor für die erneute Ausbreitung. Dies gilt ebenso für Erkrankungen wie Masern, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. Im vergangenen Winter waren gerade einmal 35 Prozent der Über-60-Jährigen in Deutschland gegen Grippe geimpft. Das Ergebnis: Die Grippesaison 2017/18 verlief außergewöhnlich schwer mit 334.000 Grippefällen. Dies führte zu rund 9 Millionen Arztbesuchen. 

 

 

Kann Gesunderhaltung die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems sichern?

Während einerseits die gesundheitlichen Lücken, Scheren, Gaps zwischen Jung und Alt, arm und reich, Selbstoptimierern und Abgehängten immer größer werden, stiefelt die Medizin mit Siebenmeilenstiefeln voran. Und es taucht die Frage am Horizont auf: Wie bleibt das Gesundheitssystem für alle angesichts personalisierter Therapien gegen Krebs, Gentherapien, Impfungen gegen multiresistente Keime, neuen Möglichkeiten der Präzisionsmedizin finanzierbar? Kann eine Umverteilung der Mittel hin zur Gesunderhaltung ein Weg sein, um zukünftig alle am Fortschritt teilhaben zu lassen?

 

Teilen Sie Ihre Meinung dazu und diskutieren Sie mit zu Fragen wie diesen: Was braucht es für mehr gesunde Lebensjahre? Wie können alle daran teilhaben? Helfen Aktionspläne und wie müssen sie aussehen? Wie machen es andere? Welchen Nutzen kann die Digitalisierung – auch die Interaktion von Mensch und Maschine – schaffen? Wie kann Gesundheit die einfachere Wahl werden und was müssen wir dafür lernen?.

 

Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen, Ideen, Vorschläge.

 

 

Fotos: krockenmitte (Teaser) / bambiraptor (Header), beide Photocase

 

Kommentare

  1. Hans-Günter Meyer @Hackimeyer

    Sozialgesetzbuch, 5. Buch §1: "...Die Versicherten sind für Ihre Gesundheit mitverantwortlich, sie sollen durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung (Anm.: Bewegung, Ernährung, Entsprannung, Schlaf), durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen (Anm.: KBV Vorsorge-Checker), sowie durch aktive Mitwirkung an (Anm.: evidenzbasierter) Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit- und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden...
    Ich habe mich daran gehalten und mit Hilfe der Telemedizin meinen hohen Blutdruck besiegt. Jetzt helfe ich mit Ü70 beim Aufbau eines DigiHealth Education Hub auch zur Verbesserung der Arzt-/Patientenkommunikation.

    vor 2 Wochen

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