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„Gesundheitsvorsorge in Deutschland – mehr Orientierung und Anreize nötig!“

Wem schenken die Deutschen mehr Aufmerksamkeit: der Zuverlässigkeit ihrer Autos oder der eigenen Gesundheit? Eine rhetorische Frage, mag man meinen. Aber die Zahlen aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag von Pfizer geben zu denken: 85 Prozent der deutschen PKW-Besitzer haben innerhalb der letzten zwei Jahre ihr Auto zur Inspektion gebracht. Im gleichen Zeitraum haben aber nur 62 Prozent der Deutschen eine Vorsorgeuntersuchung wahrgenommen. 

Ein Ergebnis aus der Civey-Umfrage sieht so aus
Civey Umfrage Autos Gesundheit

Dabei sind die Deutschen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber mehr Vorsorge. Doch es fehlt an Orientierung und gezielteren Maßnahmen: Mehr als zwei Drittel der Menschen hierzulande würde mehr Vorsorgeangebote wahrnehmen, wenn sie stärker dazu motiviert werden würden. Jeder Zweite würde einen elektronischen Erinnerungsservice nutzen, der an Vorsorgetermine erinnert – auch dies sind Ergebnisse der Umfrage. Und dies zeigt, dass es auch abseits der derzeit geführten Diskussion über eine Impfpflicht noch eine Menge Luft nach oben gibt, um die Menschen besser mit Vorsorgeangeboten zu erreichen und somit dazu beizutragen, Krankheiten zu verhindern, bevor sie überhaupt entstehen.

Impfungen dürfen nicht Opfer ihres eigenen Erfolgs werden

Impfungen gehören zu den wirksamsten und sichersten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge. Dank großer Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten können wir die Schutzbedürftigsten unserer Gesellschaft heute vor einer ganzen Reihe gefährlicher Infektionskrankheiten bewahren. Und zwar weit über das Kindesalter hinaus: Auch für Jugendliche, ältere Erwachsene, chronisch Kranke und immungeschwächte Personen sind Impfungen sinnvoll, um schweren, schlimmstenfalls tödlich verlaufenden Infektionserkrankungen vorzubeugen. Wir müssen aber daran arbeiten, dass Impfungen nicht zum Opfer ihres eigenen Erfolgs werden, um auch kommende Generationen zuverlässig schützen zu können. Denn viele Infektionskrankheiten, zum Beispiel die Kinderlähmung, sieht man glücklicherweise kaum noch – dank Impfungen. Das führt aber dazu, dass man ihre Gefahren häufig unterschätzt und leichtfertig in Kauf nimmt, dass sich eigentlich vermeidbare Krankheiten wieder ausbreiten, wie es aktuell bei den Masern der Fall ist. Und schließlich gibt es auch eine volkswirtschaftliche „Schutzdimension“ beim Impfen: Durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen wie Grippe oder Lungenentzündung bedeuten mitunter eine große wirtschaftliche Belastung für unser Gesundheitssystem, zum Beispiel durch längere Krankenhausaufenthalte und die entsprechende medikamentöse Behandlung. Die ist gerade vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft hochrelevant: Wir sollten mehr dafür tun, damit Menschen gesund alt werden können.

Umdenken im Gesundheitssystem: Drei mögliche Ansatzpunkte für eine Präventionswende
  • Gesundheit steht zukünftig stärker im Vordergrund als Krankheit: Aktuell fließen nur 3 Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen in die Vorsorge. Ein stärkerer politischer Wille, mehr in Vorsorge zu investieren, könnte viel bewegen.
  • Vorsorge muss einfach sein: Die Menschen wünschen sich mehr Anreize und Erinnerungen, um Vorsorgeangebote auch zu nutzen. Es wäre schon ein großer Mehrwert, wenn es gelingt, den Zugang zu Vorsorgeangeboten einfacher zu gestalten – ohne Termin und Wartezeit. Auch die Digitalisierung bietet uns Chancen, zum Beispiel in Form eines elektronischen Impfpasses. Wir können aber auch innerhalb des Gesundheitssystems noch mehr Anreize setzen, Vorsorge proaktiv anzubieten.
  • Mehr Orientierung: Wir sollten weiterhin gemeinsam an einer besseren Aufklärung arbeiten, zum Beispiel mit Informationskampagnen für mehr Vorsorge. Gleichzeitig brauchen wir aber auch stärkere Bemühungen, die Menschen im täglichen Alltag der Schule oder auf dem Arbeitsplatz zu erreichen – zum Beispiel durch den öffentlichen Gesundheitsdienst. Nur wer Vorsorgemaßnahmen kennt und versteht, kann sie auch nutzen.

Investitionen und Mühen gerade in der Frage, die Vorsorge der Menschen zu verbessern, lohnen sich. Denn was wir heute in Präventionsmaßnahmen investieren, zahlt sich in der Zukunft aus.

Aylin Tüzel

Aylin Tüzel ist Leiterin des Bereichs Impfstoffe bei Pfizer in Deutschland.

Kommentare

  1. Anonym

    Wir haben verstanden, daß es kein Entrinnen vor der Impfpropaganda gibt. 🤷🏻‍♂️

    vor 6 Monate
  2. Redaktion

    Liebe Kommentatorin, lieber Kommentator, die Rekonstruktion eines konkreten Ansteckungsfalles mit Masern im aktuellen Dossier der Zeit zeigt unserer Ansicht drastisch und deutlich auf, wie wichtig Informationen und Aufklärung zum Thema Impfen sind:
    „Im Wartezimmer eines Arztes steckt ein Elfjähriger zwei Säuglinge mit Masern an. Der Junge war nicht geimpft.“ https://twitter.com/zeitonline/status/1122493647302402048

    vor 6 Monate

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