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Deutschland, Gesundheitssystem,Vergleich

Platz 20 für Deutschland

Beim Vergleich der Gesundheitssysteme von 195 Ländern liegt Deutschland auf Platz 20. Am besten schneidet der Kleinstaat Andorra ab. Am schlechtesten die Zentralafrikanische Republik.

Forscher um Studienleiter Christopher Murray von der University of Washington in Seattle hatten für den Weltvergleich der Gesundheitssysteme eine interessante Idee: Sie prüften, wie oft 32 Krankheiten, die heute eigentlich dank Impfungen vermeidbar oder durch medizinische Therapien heilbar sind, in den jeweiligen Ländern dennoch zum Tode führen. Denn das, so die Wissenschaftler, sage etwas über die Qualität der medizinischen Versorgung in einem Land aus.

Als Grundlage nutzten die Forscher die Daten der „Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors“-Studie. Sie entwickelten unter anderem einen so genannten HAQ-Index (Healthcare Access and Quality Index), um die Daten vergleichbar zu machen.

Von 100 möglichen Punkten erreichte Andorra 94,6, die Zentralafrikanische Republik nur 28,6. Deutschland landete mit 86,4 Punkten auf Platz 20, unter anderem hinter Australien, Slowenien und Griechenland. Die USA kamen auf Platz 35.

 

Spielraum nach oben

Die Forscher errechneten auch, ob ein Land hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt oder nicht. In Deutschland könnte der Gesundheitswesen-Index demnach bei 90,7 liegen, fast vier Punkte höher als errechnet. Ein Wert, der sich gegenüber 1990 schon deutlich verbessert hat, damals betrug die Lücke noch 10,4 Punkte.

Betrachtet man die einzelnen Krankheiten, erzielt Deutschland die besten Werte bei Erkrankungen, die durch Impfungen vermeidbar sind, wie Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Masern. Hier liegt der HAQ-Index bei 100. Auch bei Tuberkulose, Durchfallerkrankungen, oberen Atemwegsinfektionen, Wochenbetterkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Appendizitis, Hernien und Gebärmutterkrebs liegt der HAQ-Index über 90. Die niedrigsten Werte erzielt Deutschland bei Hodenkrebs, dem Hodgkin Lymphom und Leukämie.

Dass die Studie keine Krankheiten betrachtet, die unbehandelt nicht tödlich enden, ist ein Kritikpunkt, den auch Murray und Kollegen einräumen. Ihr Ranking sagt nur etwas darüber aus, wie gut ein Gesundheitswesen vorzeitige Todesfälle vermeiden hilft. Ein neuartiger Blick auf die Gesundheitssysteme rund um den Globus und die Unterschiede zwischen Arm und Reich, wie ihnen das Fachmagazin „The Lancet“ bescheinigt, das die Studie veröffentlichte.

Und so zeigt der neuartige Datenvergleich auch dies: In 167 von 195 untersuchten Ländern hat sich die medizinische Versorgung der Menschen verbessert. Besonders große Schritte nach vorn machten Südkorea, die Türkei, Peru, China und die Malediven.

 

 

Über die Studie:

http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(17)30818-8.pdf

 

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