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Eine Zahl und ihre Geschichte - Teil 1

Gesundheitskompetenz

Eine Zahl und ihre Geschichte - Teil 1

Das Diagnosegespräch zählt zu den kniffligen Situationen für Ärzte und Patienten. Für Ärzte, weil sie innerhalb weniger Minuten alles Wesentliche zu einer Krankheit und ihren Behandlungsmöglichkeiten vermitteln müssen. Und für Patienten, weil sie all’ diese Informationen richtig verstehen, verarbeiten und umsetzen müssen. Doch genau dieses Vorhaben scheitert oft schon mit dem Abschieds-Händedruck des Arztes: Beim Verlassen des Behandlungszimmers haben Patienten bis zu 80 Prozent der eben gehörten medizinischen Informationen vergessen, lautet eine Zahl, die immer wieder ins Spiel gebracht wird.

Doch woher kommt sie? Tatsächlich stammt die Angabe nicht aus einer Studie, sondern ist die Essenz aus mehreren wissenschaftlichen Arbeiten aus den Jahren zwischen 1979 und 1989, in denen verschiedene Forschergruppen die Merkfähigkeit von Menschen in Bezug auf medizinische Informationen untersuchten. Sie befragten dazu entweder Patienten in Kliniken oder legten älteren Menschen medizinische Informationstexte vor. Je nach Studie konnten sich die Beteiligten an 17 bis 60 Prozent der Aussagen korrekt erinnern und hatten demnach also 40 bis rund 80 Prozent vergessen.

Struktur macht keinen Unterschied

Ein weiteres Experiment aus dem Jahr 1996 weist ebenfalls darauf hin, dass sich Menschen beim Arzt nur sehr wenig merken können. Damals hat die Psychologin Lisa McGuire einen neuen Ansatz gewählt und 72 Männer und Frauen gebeten, sich ein achtminütiges Diagnosevideo über Osteoarthritis anzusehen – eine Entzündung, die vom Knochen auf ein Gelenk übergeht. Einmal war die Präsentation strukturiert und der Arzt, ein Schauspieler, sprach über die Testresultate, dann über die Diagnose und die Behandlung. Beim anderen Video sprang er zwischen den Themen ständig hin und her. Die Probanden mussten sich vorstellen, dass es ihr Arzt ist, der mit ihnen spricht.

Jüngere erinnern sich besser

In den darauffolgenden zehn Minuten sollten sie sich an so viel wie möglich vom dem erinnern, was der Arzt ihnen gesagt hatte. Die Beteiligten konnten im Durchschnitt nur rund 22 Prozent der medizinischen Informationen richtig wiedergeben – dabei machte es fast keinen Unterschied, ob der Arzt diese in der Präsentation strukturiert hatte oder nicht. Jüngere Studienteilnehmer erinnerten sich jedoch besser: Sie hatten 24,2 Prozent der für sie wichtigen Fakten im Kopf behalten, ältere Menschen zwischen 60 und 82 Jahren nur 19,9 Prozent.

 

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC539473/

Was muss Ihrer Meinung nach verbessert werden, damit Informationen im Gedächtnis bleiben?

Kommentare

  1. Anonym

    Liebes Team. Sehr spannnendes Thema, zumal ich gerade genau dieses Erlebnis hatte. Raus aus der Praxis und zentrale Informationen vergessen, obwohl ich mit Papier und Stift bewaffnet und sogar meine Fragen vorab aufgeschrieben hatte. Zurück zu Eurer Frage...Ihr habt ja nur ein Teil aus dem Orginaltext beschrieben und dort werden ja noch weitere Dinge formuliert, die sowohl dem Arzt, als auch dem Patienten helfen könnten. Folgende Dinge halte ich für wichtig.
    1. Bilder verwenden = Bilder sagen mehr als 1.000 Worte.
    2. Einfache Sprache
    3. Die zentralen Dinge sollten von dem Arzt aufgeschrieben werden (oder gemeinsam)
    4. Am Schluss eine kurze Zusammenfassung des Patienten über die Kernaussagen und die Dinge die zu tun sind.
    Heißt zusammengefasst. Die ZENTRALE Schaltstelle ist der Arzt. Hier können und sollten wir mehr unterstützen.

    vor 1 Jahr

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