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Kennen Sie den_Gesundheitskompetenz_Deutschland

Gesundheitskompetenz

Kennen Sie den?

Das Heidelberger Sinus-Institut erforscht seit Ende der 1970er-Jahre die Bedürfnisse der Menschen und den sozialen Wandel in unserer Gesellschaft. Derzeit unterscheidet es zehn soziale Milieus – Gruppen ‚Gleichgesinnter‘, die Werte, Grundeinstellungen und Lebensstile teilen. Gemeinsam mit den Forschern des Sinus-Instituts hat sich die Redaktion der „zwei“ angesehen, wie diese einzelnen Milieus zur Gesundheit stehen.

Hedonisten

Spaßorientierte, moderne Unterschicht. Leben im Hier & Jetzt! Scheuen Langeweile und Verpflichtungen. Geld wird unkontrolliert ausgegeben, gerne für Autos, Motorräder, Klubs, Kneipen, Kinos, Unterhaltungselektronik. Schwerpunkt unter 40 Jahre. Schüler, Azubis, Studenten, Arbeiter, Angestellte, Arbeitslose. Mittlere Haushaltsnettoeinkommen.

 

Gesundheit ist: Gegeben.

Ernährung: Fast Food und Fertiggerichte.

Verhältnis zur Medizin: Die soll reparieren. Schnell und hochwirksam. ‚Rettungsmedizin‘.

Was vom Arzt verlangt wird: Den braucht man fürs Attest. Medikamente bestellt man sich lieber rezeptfrei im Internet.

Gesundheitsverhalten: Geringes Gesundheits­bewusstsein. Der Körper als belastbares Material – ‚forever young‘. Sport vor allem als Bodytuning.

Motto: „Ich bin nicht der Typ, der wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt rennt.“

 

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Traditionelle

Die sicherheits- und ordnungsliebende Kriegs- und Nachkriegs­generation. Pflichterfüllung, Sparsamkeit, Sauberkeit. Ältestes Milieu. Viele Rentner, Pensionäre und Verwitwete, darunter viele Frauen. Kleine bis mittlere Haushaltsnettoeinkommen.

 

Gesundheit ist: Wenn nichts wehtut.

Ernährung: Hausmannskost. Der Teller wird leergegessen.

Verhältnis zur Medizin: Krankheiten und Schmerzen sind ständiges Gesprächsthema. Man studiert die Apothekenumschau, guckt Ratgebersendungen, hat Angst vor Pflegeheimen, Krankenhäusern und Apparatemedizin.

Was vom Arzt verlangt wird: Ein Arzt ist eine Autorität. Und kennt einen schon lang. Sein Wartezimmer? Ein schöner Treffpunkt!

Gesundheitsverhalten: Viele Medikamente. Die Zipperlein des Alters ...

Motto: „Man will ja nicht klagen!“

Adaptiv-Pragmatische

Die zielstrebige junge Mitte der Gesellschaft. Balancieren Ansprüche von außen und eigene Bedürfnisse aus. Arbeiten und feiern. Plan vom ­eigenen Haus. Einfache, mittlere und qualifizierte ­Angestellte sowie Facharbeiter. Mehrheit unter 50 Jahre, viele verheiratet, häufig noch ohne Kinder oder mit kleinen Kindern. Mittlere bis gehobene Einkommensklassen, häufig ­Doppelverdiener.

 

Gesundheit ist: Wichtig, vor allem, wenn es um die der Kinder geht.

Ernährung: Es darf auch Fast Food sein, man kann ja einen frischen Salat dazu machen. Hauptsache ­unkompliziert!

Verhältnis zu Medizin: Vorliebe für preiswerte, ­rezeptfreie Medi­kamente in Selbstmedikation.

Was vom Arzt verlangt wird: Alltagstaugliche Empfehlungen, gerne eine ‚To-do-Liste‘ zum Abarbeiten. Der Arzt als Coach.

Gesundheitsverhalten: Ein bisschen Sport zum Stressabbau – eine schmerzlose Diät, warum nicht? Ansonsten keine Zeit.

Motto: „Mal eben schnell in die Apotheke!“

Prekäre

Modernisierungsverlierer. Fühlen sich abgehängt. Rückzug ins eigene soziale Umfeld. Schwerpunkt über 50 Jahre. Facharbeiter, Arbeiter, Rentner, Arbeitslose. Viele Alleinlebende und Verwitwete. Volks- oder Hauptschulabschlüsse mit oder ohne Berufsausbildung. Niedrige Haushaltsnettoeinkommen.

 

Gesundheit ist: Etwas für reiche Leute.

Ernährung: Convenience-Food. Essen, Trinken, Rauchen als Seelentröster.

Verhältnis zur Medizin: Interessiert nicht. Schuld sind die Gene oder die Umstände.

Was vom Arzt verlangt wird: Den sucht man halt auf, wenn’s nicht mehr geht. Am liebsten einen, den man schon lange kennt. Berührungsängste wegen fehlender Augenhöhe. ‚Fachchinesisch‘ überfordert. Man lehnt sich nicht auf, ignoriert aber häufig die ­Anweisungen. Sehnsucht nach Verständnis und Akzeptanz.

Gesundheitsverhalten: Was soll man schon tun? Krankheit ist höhere Gewalt.

Motto: „Das zahlt mir ja keiner.“

 

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