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Mehrstöckiges Gebäude

Gesundheitskompetenz

Kennen Sie den?

Das Heidelberger Sinus-Institut erforscht seit Ende der 1970er-Jahre die Bedürfnisse der Menschen und den sozialen Wandel in unserer Gesellschaft. Derzeit unterscheidet es zehn soziale Milieus – Gruppen ‚Gleichgesinnter‘, die Werte, Grundeinstellungen und Lebensstile teilen. Gemeinsam mit den Forschern des Sinus-Instituts hat sich die Redaktion der „zwei“ angesehen,  wie diese einzelnen Milieus zur Gesundheit stehen.

Performer

Die multioptionale, effizienzorientierte Leistungselite. „Winner-Mentalität“, hohe IT- und Media-Kompetenz. Altersschwerpunkt 30 bis 50 Jahre. Hoher Anteil Lediger, Paare ohne und mit kleineren Kindern. Höhere Bildungsabschlüsse mit Studium. Hohe Haushaltsnettoeinkommen.

Gesundheit ist: Voraussetzung für privaten und beruflichen Erfolg. Wer krank ist, ist ‚draußen‘. 

Ernährung: Muss die persönliche Fitness und Leistungsfähigkeit unterstützen.

Verhältnis zur Medizin: Sie hilft, wieder fit zu werden, um an den eigenen Zielen weiterarbeiten zu können. Medizin muss die Möglichkeiten der modernen Medizintechnik im Bereich Diagnostik und Therapie bestmöglich ausschöpfen – ‚state of the art‘. 

Was vom Arzt verlangt wird: Effizienz und Professionalität. Präferenz für junge Fachärzte, die klar und prägnant kommunizieren und die persönlichen Wünsche erfüllen. Geringe persönliche Bindung. Hohes ­Autonomiestreben. 

Gesundheitsverhalten: Die Gesundheit zu erhalten ist eine Investitionsaufgabe, für die man selbst bezahlt – auch weil man es sich selbstverständlich leisten kann.

Motto: „Ich weiß schon, was ich brauche.“

Sozialökologische

Das konsumkritische Milieu. Bannerträger des ‚richtigen‘ Lebens. Glo­balisierungskritiker. Ausgeprägtes ­ökologisches und soziales Gewissen, qualifizierte Angestellte, höhere Beamte, auch kleine Selbstständige und Freiberufler – darunter viele Frauen. Mittlere Haushaltsnettoeinkommen.

Gesundheit ist: In der heutigen Welt nur schwer ­realisierbar. 

Ernährung: Ökologisch, biodynamisch, gern auch ­vegetarisch. Frische Lebensmittel aus der Region; kein  ‚Industriefutter‘, kein Fleisch aus Massentierhaltung.

Verhältnis zur Medizin: Skeptische Grundhaltung ­gegenüber der klassischen Schulmedizin und der ­Apparatetechnik. Bei Medikamenten sorgfältiges Abwägen von Risiken und Nebenwirkungen. Starkes Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie.   

Was vom Arzt verlangt wird: Arzt oder Ärztin wird sorgfältig ausgewählt. Man will auch diskutieren. Zum Beispiel übers Impfen. Anthroposophisch ist auch gut!

Gesundheitsverhalten: Vertrauen auf die Selbst­-heilungskräfte des Körpers. Vorliebe für sanfte, natürliche Medizin – eine Erkältung sollte auskuriert werden. Verzicht auf Antibiotika.

Motto: „Sorge Dich gut um Deinen Körper.  Er ist der einzige Ort, den Du zum Leben hast.“

Expeditive

Die unkonventionelle kreative Avantgarde. Digital  vernetzt und stets mobil, immer auf der Suche nach neuen Grenzen. Jüngstes Milieu: Zwei Drittel sind unter 30 Jahre alt. Überdurchschnittlich viele Abituri­enten, Studenten und Azubis, meist aus gut situ­ierten ­Elternhäusern. Hohe Haushaltsnettoeinkommen.

Gesundheit ist: Tun können, was man möchte. Nahe­-zu unbegrenzte Möglichkeiten, Ausstrahlung, Energie, körperliche, aber vor allem auch mentale Stärke.

Ernährung: Experimentierfreude, offen für neue Trends,  Erfahrungshorizont erweitern, vegane Ernährung ist ‚in‘.

Verhältnis zur Medizin: Ideologiefrei. Experimen­- tieren mit alternativer Medizin in Kombination mit bewährten Methoden. Es geht um Effekt und Nutzen.

Was vom Arzt verlangt wird: Arzt sollte bereit sein, sich selbst zu hinterfragen und eigene Grenzen einzugestehen – das erhöht die Glaubwürdigkeit und Sympathie.

Gesundheitsverhalten: Unbekümmert. Man sprüht ja vor Energie. Die Zusammenhänge zwischen eigenem Verhalten und Gesundheit sind bekannt – aber spielt das eine Rolle?

Motto:Die Ursache eines langsamen Todes ist Gesundheit.“

Liberal-Intellektuelle

Die aufgeklärte Bildungselite. Gegen Bürokratie, für Freiräume. Schätzen subtile Genüsse, Ästhetik, Bildung, Kultur. Akademiker, viele Selbstständige, leitende Angestellte. Häufig verheiratet, mit Kindern im Haushalt. Hohe Haushaltsnettoeinkommen.

Gesundheit ist: Voraussetzung für Lebensqualität. 

Ernährung: Fester Bestandteil des kultivierten Lebensstils. Vorliebe für biologisch wertvolle Lebensmittel, „Qualität schmeckt auch besser“.

Verhältnis zur Medizin: Schätzen innovative Medizinforschung, kritisieren aber auch die Schulmedizin und sind offen für alter­native Verfahren. Informieren sich aktiv.

Was vom Arzt verlangt wird: Vertrauensvolle Partnerschaft,  in der die Gesundheitsinformationen aus den Medien diskutiert werden können. Ganzheitliche Sicht des Zusammenhangs von ­Körper und Seele.  

Gesundheitsverhalten: Gesunde Lebensführung steckt im  Naturell – keine Gesundheitsapostel. Hohes Maß an Eigenverantwortung.

Motto: „Wir halten es mit Oscar Wilde: ‚Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele durch den Körper zu heilen‘.“

Kommentare

  1. Christa

    Sehr interessant

    vor 1 Jahr

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