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Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz: Fünf Erkenntnisse

Mehr als die Hälfte der Deutschen haben Schwierigkeiten, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu bewerten und für die eigene Gesundheit zu nutzen. Das zeigte die erste repräsentative Studie zur Gesundheitskompetenz der Deutschen der Universität Bielefeld von 2016. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Jeder Zweite hat Schwierigkeiten

54,3 Prozent der Befragten haben eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Ihnen fällt es schwer, Informationen zur Bewältigung gesundheitlicher Probleme zu nutzen, sich im Gesundheitssystem zu orientieren und gesundheitsförderliche Entscheidungen für ihr Leben zu treffen.

Hochgerechnet auf die deutsche Bevölkerung sind dies etwa 40 Millionen Bürger. Davon attestiert die Studie 44,6 Prozent eine problematische und weiteren 9,7 Prozent eine inadäquate Gesundheitskompetenz. Nur bei 38,4 Prozent der Menschen in Deutschland ist die Gesundheitskompetenz ausreichend. Und nur bei 7,3 Prozent exzellent.

Fünf kritische Gruppen

Vor allem Menschen mit Migrationshintergrund (71 Prozent), mit geringem Bildungsniveau (62 Prozent mit niedrigem Sozialstatus (78 Prozent), mit chronischer Krankheit (73 Prozent) und in höherem Alter (66 Prozent) weisen eine vergleichsweise eingeschränkte Gesundheitskompetenz auf.

Mittelfeld und Schlusslicht

Ein Vergleich mit den Befunden einer ähnlich aufgebauten europäischen Studie der Weltgesundheitsorganisation zeigt, dass Deutschland lediglich im Mittelfeld rangiert. Hier leben mehr Menschen mit so genannter problematischer Gesundheitskompetenz als im EU-Durchschnitt – also der zweitschwächsten Stufe von vier Kompetenzstufen (exzellent, ausreichend, problematisch und inadäquat). Zugleich hat Deutschland den niedrigsten Anteil an Menschen mit exzellenter Gesundheitskompetenz: Mit 7,3 Prozent liegt er deutlich unter dem europäischen Gesamtdurchschnitt von 16,5 Prozent.

Folgen mangelnder Gesundheitskompetenz

Menschen mit eingeschränkter oder unzureichender Gesundheitskompetenz wissen häufig nicht, wohin sie sich mit gesundheitlichen Problemen wenden sollen. Sie landen öfter im Krankenhaus oder beim ärztlichen Notdienst. Sie empfinden ihren Gesundheitszustand häufiger als schlecht und leiden tatsächlich auch öfter unter chronischen Krankheiten und weiteren Gesundheitsstörungen.

Mangelnde Gesundheitskompetenz kostet

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation entstehen durch mangelnde Gesundheitskompetenz Ausgaben in Höhe von 3 bis 5 Prozent der Gesamtgesundheitskosten. Das wären für Deutschland neun bis 15 Milliarden Euro im Jahr.

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