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Sieben Orte, die die Gesundheit voranbringen

Mit dem Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ machen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank den Ideenreichtum hierzulande sichtbar. Wir haben uns Preisträger im Bereich "Gesundheit" aus den vergangenen zwei Jahren näher angesehen und geschaut, welche Neuigkeiten es bei ihnen gibt. 

Macht Stadt krank?

Neurowissenschaftler und Stadtforscher entwickeln gemeinsam Lösungen gegen urbanen Stress

2050 werden 70 Prozent der Weltbevölkerung in Ballungszentren leben. Gleichzeitig haben Stadtbewohner ein erhöhtes Risiko, an einer psychischen Erkrankung zu leiden. Kann Stadtstress Schizophrenie oder Depressionen auslösen? Und wie entsteht dieser Stress? Um Fragen wie diese geht es im Interdisziplinären Forum Neurourbanistik: Forscher und Praktiker aus Architektur, Stadtplanung, Soziologie und Neurowissenschaften identifizieren Risikogruppen, die besonders vom Stadtstress betroffen sind und entwickeln Lösungen, die die psychische Gesundheit von Stadtbewohnern stärken. Ansätze, die der sozialen Isolation und Zersplitterung urbaner Gesellschaften vorbeugen – für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Metropolen.

 

 

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Update des Forum Neurourbanistik: "In Zukunft stehen zwei Projektschwerpunkte im Zentrum. Zum einen werden wir bis Mitte 2019 eine Reihe von öffentlichkeitswirksamen Neurourbanistik-Salons in Berlin veranstalten. Diese Salons dienen der Diskussion neurourbanistischer Hypothesen durch europäische Bürger und internationale Experten. Im Anschluss ist die Veröffentlichung der ,Charta der Neurourbanistik‘ mit ihren neun Thesen zu Stadt und psychischer Gesundheit geplant, die wir derzeit verfassen. Zum anderen planen wir in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt die Auswertung und Publikation wissenschaftlicher Erkenntnisse zu wichtigen neurourbanistischen Fragestellungen. Für weitere umfangreiche Forschungsprojekte befinden wir uns in der Antragsphase für Forschungsmittel."

 

 

Futterköder in der Lunge

Um Arzneimittel zielgenau in die Lunge zu schleusen, entwickeln Forscher einen Wirkstoff-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist klein wie ein Bakterium und kann Wirkstoffe zuverlässig in die Lunge transportieren: Gerade deshalb setzen die Forscher der Universität des Saarlandes große Hoffnungen in den Winzling. Der in einem interdisziplinären Projekt entwickelte „Nano-Mais“ könnte künftig in der Immuntherapie verschiedenster Erkrankungen eingesetzt werden. Durch seine Form lässt sich das stäbchenförmige Partikel leicht inhalieren. Weil es so groß wie ein Bakterium ist, stellt es für die Fresszellen des Immunsystems einen verlockenden Köder dar. Einmal verschluckt und verdaut, wird der Wirkstoff frei und veranlasst nun die Fresszellen dazu, zur Heilung beizutragen.

 

 

Hygiene sichtbar gemacht

Ein neues Desinfektionsmittel verbessert die Hygiene in Krankenhäusern und beugt so Infektionen vor

Hunderttausende infizieren sich jedes Jahr mit gefährlichen Krankenhauskeimen. Handhygiene ist daher für medizinisches Personal oberste Pflicht. Doch ob wirklich jeder Zentimeter Haut ausreichend desinfiziert wurde, lässt sich kaum kontrollieren. Das Start-up Heyfair macht Hygiene erstmals sichtbar: Das neue Desinfektionsmittel färbt die Haut deutlich ein und verschwindet kurz darauf restlos. Die Einfärbung zeigt, welche Partien desinfiziert sind – und welche nicht. Die Farbintensität lässt den Grad der keimtötenden Wirkung erkennen. So kann jeder sofort überprüfen, ob seine Hände gründlich desinfiziert sind. Ein Projekt, das Infektionen künftig besser vorbeugt.

Update von Heyfair: Das neuartige Desinfektionsmittel aus Jena kommt mittlerweile als Schulungsprodukt in diversen Kliniken zum Einsatz. Mit dem neuen Produkt lernen Berufseinsteiger, aber auch „alte Hasen“, bei denen die Regeln womöglich bei aller Routine in Vergessenheit geraten sind, wie man korrekt die Hände desinfiziert. Die Rückmeldungen aus den Schulungen sind durchweg positiv.

 

 

Die Miesmuschel zum Vorbild

Mithilfe von Darmbakterien haben Forscher einen Kleister entwickelt, der selbst Knochen zusammenhält

Miesmuscheln produzieren einen Klebstoff, der auch Menschen nutzen könnte: Wunden ließen sich damit ebenso verarzten wie Knochenbrüche. Doch die Gewinnung des Muschelklebstoffs ist schwierig. Wissenschaftlern der TU Berlin ist es gelungen, ihn mithilfe von Escherichia coli herzustellen. Anders als der „echte“ Muschelkleber haftet das Produkt des Darmbakteriums erst, wenn es durch UV-Licht aktiviert wird. So lässt es sich präzise auftragen. Ein Durchbruch: Schrauben bei Knochenbrüchen könnten ebenso überflüssig werden wie die Operation, um sie wieder zu entfernen. Das senkt Risiken und Kosten – zum Wohl der Allgemeinheit.

Update: Bei der Etablierung der Produktion in medizinischer Qualität und größerem Maßstab zeichnen sich erste Erfolge ab. Es konnten weitere mögliche Anwendungsmöglichkeiten für XenoGlue identifiziert werden.

 

 

Dem Tumor auf der Spur

Ein Datenanalyseverfahren soll Ärzten helfen, für jeden Krebspatienten die bestmögliche Therapie zu finden

Die personalisierte Krebsmedizin bietet Chancen, hat aber ein Problem: Zahlreiche Antitumor-Medikamente wirken nur gegen bestimmte pathogene Prozesse in Krebszellen, die sich jedoch je nach Patient stark unterscheiden können. Welcher Wirkstoff(-Mix) ist also in einem bestimmten Tumor der wirksamste? Hier soll der DrugTargetInspector helfen: Das Computerprogramm, das Forscher der Saar-Universität entwickeln, ermittelt aus den Geninformationen der Tumorzellen des Patienten und mithilfe internationaler pharmakologischer, biologischer und medizinischer Datenbanken die wichtigsten Charakteristika des Tumors und unterstützt Ärzte so bei der Auswahl des Medikaments. Das ermöglicht eine personalisierte Therapie – und gibt Hoffnung in der Bekämpfung der Volkskrankheit Krebs.

 

 

HerzEffekt MV – digitale Patientenversorgung

Eine digitale Plattform soll künftig die medizinische Versorgung von chronisch Herzkranken verbessern

Die Zahl der Ärzte auf dem Land ist knapp. Welche Möglichkeiten die Telemedizin eröffnet, um Herzkranke dort effizienter und besser zu versorgen, testet die Universitätsmedizin Rostock Versorgungsstrukturen GmbH. Gemeinsam mit ihren Projektpartnern Philips, AOK und TK werden Patienten individuell per Telefon betreut. Künftig senden sie ihre Gesundheitsdaten per App an eine digitale Plattform, die von autorisierten Kliniken, Hausärzten, Sanitätshäusern oder Apotheken eingesehen werden darf. Unnötige Krankenhausaufenthalte und Komplikationen sollen so vermieden werden. Geht es dem Patienten gesundheitlich schlechter, kann das medizinische Fachpersonal schnell und unkompliziert helfen.

Update: Das HerzEffekt-Team arbeitet aktuell sehr intensiv an der Patientenrekrutierung. Hierfür besuchen die Mitarbeiter etwa Herzsportgruppen und betreiben Infostände auf verschiedenen Veranstaltungen.

 

 

 

Kinderheldin – Digitale Hebammenberatung: Chatten mit der Hebamme

Ein Start-up bietet Beratung rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit per Chat und Telefon

In manchen Großstädten und ländlichen Regionen ist es schwer, eine Hebamme zu finden, die Schwangeren und jungen Eltern beratend zur Seite steht. Hier will das Start-up „Kinderheldin“ mit einem digitalen Angebot Abhilfe schaffen. Bei akuten und allgemeinen Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit bieten ausgebildete Hebammen gegen Gebühr per Telefon oder Chat schnellen und qualifizierten Rat – auch abends, an Wochenenden und Feiertagen. Mit diesem Service, als bessere Alternative zu gefährlichem Halbwissen aus dem Netz, verbindet Kinderheldin einen Traditionsberuf mit den Möglichkeiten digitaler Technologien und leistet so einen Beitrag zur Gesundheitsversorgung von Frauen und Kindern.

Update: Erste Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Beratung von Kinderheldin.

 

 

 

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