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Drohne_Defibrillator

Drohnen: Retter aus der Luft

Bei einem Herzstillstand zählen die Minuten. Drohnen mit einem automatischen Defibrillator könnten lebensrettend sein. Wäre dies auch ein Modell für Deutschland?

Medikamente oder Blutproben werden in manchen Regionen der Erde schon heute per Drohne transportiert, auch in Deutschland gab es Versuche, etwa auf Juist. Nun haben Forscher aus Schweden untersucht, ob Drohnen mit automatischen Defibrillatoren schneller am Unglücksort sind als der Rettungsdienst.

Dazu schickte das Team um Studienleiter Andreas Claesson vom Karolinska-Institut in Stockholm eine Drohne an 18 Orte, an denen in der Vergangenheit bereits ein Mensch mit Herzstillstand zusammengebrochen war. Kaum einer hatte überlebt, der Rettungsdienst brauchte im Schnitt 20 Minuten.

Im simulierten Notfall hob die Drohne, ausgerüstet mit GPS, einer hochauflösenden Kamera und einem Autopiloten, jeweils drei Sekunden nach Eingang des Notrufs ab. Der Rettungswagen startete nach drei Minuten. Die im Schnitt drei Kilometer langen Strecken legte die Drohne in durchschnittlich fünf Minuten und 21 Sekunden zurück. Der Rettungsdienst brauchte 22 Minuten. Die Drohnen waren also über eine Viertel Stunde schneller.

Bei einem Herzstillstand und beim Kammerflimmern geht es um Minuten. Binnen drei Minuten sollte der erste Elektroschock durch den Defibrillator erfolgen, um das Herz wieder zum rhythmischen Schlagen zu bringen. Nach drei bis fünf Minuten beginnt das Gehirn Schaden zu nehmen, und mit jeder weiteren Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent.

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen einen plötzlichen Herzkreislaufstillstand außerhalb des Krankenhauses. Der Notfallmediziner ist hierzulande im Schnitt nach acht Minuten vor Ort, also schneller als in der schwedischen Versuchsanordnung. Allerdings nicht überall. Gerade in einigen ländlichen Gebieten ist die Ankunft des Rettungswagens innerhalb der festgesetzten sogenannten Hilfsfrist, die zwischen acht und 15 Minuten je nach Bundeland liegt, mitunter nicht zu schaffen. In Schweden soll der Drohnen-Versuch im kommenden Sommer mit echten Patienten wiederholt werden. Wäre dies auch ein Modell für Deutschland?

 

Quellen:

http://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/2631520

 

http://www.herzstiftung.de/pressemeldungen_artikel.php?articles_ID=705

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