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Dr. Stefanie Seltmanns Reise

Digitalisierung

Lost in Translation, oder: „Warum ich dringend eine elektronische Patientenakte brauche.“

Ich leide. Mal still und heimlich, mal laut vor Freunden oder Kollegen, aber jedenfalls schon zu lang: Im Juni ist es ein Jahr her, dass ich nach einem 5x5km-Staffel-Lauf solche Schmerzen in der Ferse hatte, dass ich zwei Tage überhaupt nicht auftreten konnte. Danach humpelte ich für mehrere Wochen, schließlich wurden die Schmerzen erträglicher, aber nach wie vor erinnerte mich meine dick geschwollene Ferse jeden Tag schmerzhaft daran, dass etwas nicht in Ordnung war.

Diagnose: „Achillessehnenanriss und Haglund-Ferse“

Im September beschloss ich, zum Arzt zu gehen. „Achillessehnenanriss und Haglund-Ferse“ urteilte die Radiologin und gab mir die CD mit den MRT-Bildern mit. Der erste Orthopäde, dem ich die Aufnahmen zeigen wollte, hatte kein passendes Gerät, um sie anzuschauen und riet zur Operation. „Man schneidet die Sehne komplett durch und verpflanzt ein Stück von der Oberschenkelsehne hinein, 6 Wochen Krücken“, lautete das Angebot des Arztes. Ich schlug es aus. Frustriert verließ ich die Praxis in meiner Heimatstadt Heidelberg und beschloss, erst einmal gar nichts zu tun. Auf hohen Absätzen waren die Schmerzen weniger schlimm, ich fuhr Fahrrad und ging Schwimmen statt zu joggen. 

Heidelberg – Berlin - Heidelberg

Als mich meine Ferse nach ein paar Monaten immer noch plagte und nach wie vor nicht einmal ein schmerzfreier Spaziergang drin war, versuchte ich es noch einmal: Nun in Berlin, wo ich unter der Woche arbeite. Die sehr nette Ärztin konnte die MRT Bilder auch nicht lesen, den Befund der Radiologin hatte ich in Heidelberg vergessen. Sie machte einen Quarkwickel, verschrieb Einlagen gegen Senk-Spreizfüße und riet zu Stoßwellen. „Damit können wir gleich anfangen, hier in meiner Praxis, 50 Euro pro Sitzung“, lautete das Angebot. Der Quarkwickel tat gut, die Einlagen passten, also stimmte ich zu. Nach drei Sitzungen gab ich wieder auf. Nichts hatte sich durch die Anwendungen gebessert.

 

Die Zeit heilt ja bekanntlich alle Wunden, aber in meinem Fall scheint es nicht so recht zu klappen – oder die Zeit lässt sich jedenfalls verdammt viel Zeit. Also letzter Versuch: Diesmal wieder Heidelberg, ein ehemaliger Professor der renommierten Universitäts-Orthopädie wird mir empfohlen, die reizende Sprechstundenhilfe verspricht mir einen Termin schon in einer Woche, ob ich denn wüsste, dass der Herr Professor nur privat abrechnen könne? Nein, wusste ich nicht, aber was soll’s? Vielleicht kann er mir ja helfen? Ob er meine MRT-Bilder lesen kann? Wo sind sie überhaupt...?

Auf zum nächsten Teil der Reise

In diesem Moment kommt eine Email von der Techniker Krankenkasse: Ob ich nicht Lust hätte, die neue elektronische Gesundheitsakte TK-Safe zu testen? Das hört sich spannend für mich an! Elektronische Patientenakte: alle Bilder, Befunde und Behandlungen in einer digitalen Datei? Die Vor- und Nachteile der elektronischen Patientenakte sind schnell abgewägt: Immer aktuell und vor allem, immer dabei? Wunderbar! Ich registriere mich - und werde berichten, wie es weitergeht ….

Dr. Stefanie Seltmann

Dr. Stefanie Seltmann ist Unternehmenssprecherin von Pfizer in Deutschland. Zuvor war sie in selbiger Position beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg – und weil ihre Familie auch weiterhin dort lebt, reist sie häufig zwischen Heidelberg und Berlin. 

Kommentare

  1. Max R.

    Da bin ich gespannt! Würde das auch gerne testen. Leider bin ich bei anderen Krankenkassen.

    vor 4 Monate
  2. Anonym

    Solche Odyseen habe ich auch erlebt.

    vor 4 Monate
  3. S. L.

    Da wäre dann auch eine elektronische Krankenkassen Karte gut gewesen?

    vor 4 Monate

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