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Lehrpläne, Schulen, Gesundheit

Digitalisierung

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Das steht am 24. September zur Wahl

Big Data, Telemedizin, elektronische Patientenakte, -karte und die Frage des Datenschutzes  – vieles ist im Gang, einiges hinkt hinterher. Doch was genau steht zu diesen Themen in den Wahlprogrammen der Parteien, die gemäß den aktuellen Hochrechnungen im 19. Deutschen Bundestag vertreten sein werden? Ein Überblick:

Digitale Patientenakte & Datenschutz

CDU/CSU

Patientinnen und Patienten soll zukünftig die Möglichkeit gegeben werden, wesentliche Gesundheitsinformationen den behandelnden Ärzten zur Verfügung zu stellen. „Das kommt allen zugute und kann Leben retten. Weltweit wird daran gearbeitet, die Digitalisierung immer besser für die Gesundheit der Menschen zu nutzen. Ziel ist es, mehr über Krankheitsursachen zu lernen und damit auch schwere Erkrankungen früher zu erkennen und besser sowie gezielter behandeln zu können.“

Zum Thema Datenschutz heißt es: „Wir sichern den Schutz höchstpersönlicher Daten."

 

SPD

Die SPD befürwortet die Einführung einer elektronischen Patientenakte. Damit sollen „die Partizipation und Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten, Versicherten und ihren Angehörigen" und ein bruchfreier sektorübergreifender Behandlungsprozess“ gesichert werden.

Die Grundlage für die Sicherung des Datenschutzes bildet für die SPD eine „einheitliche Telematikinfrastruktur, die ein beispielloses Schutzniveau der sensiblen Daten sichert.“ Bei der zügig voranzutreibenden Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur soll stets der Fokus darauf liegen, dass „Patientinnen und Patienten die Hoheit über ihre Daten haben und freiwillig und eigenständig über Zugang und Weitergabe entscheiden können.“

 

DIE LINKE

„Daten, die mit der elektronischen Gesundheitskarte erhoben werden, dürfen nicht zentral gespeichert oder online weitergegeben werden. Eine Einsicht Dritter in die dezentralen Datenspeicher ohne Zustimmung der Versicherten muss verboten bleiben.“

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

„Die Digitalisierung kann im Gesundheitswesen vieles verbessern, etwa für chronisch Kranke. Patient*innen brauchen dabei selbstbestimmten Zugang zu ihren Daten und einen höchstmöglichen Datenschutz. Alle Patient*innen sollen einen Anspruch auf eine sichere und vernetzte elektronische Patient*innenakte erhalten.“

„Gesundheitsdaten müssen auch digital geschützt werden. Auch in Zeiten von Big Data müssen die Grundsätze des Datenschutzes – Gesetzesvorbehalt, Erforderlichkeit und Zweckbindung – konsequent durchgesetzt werden.“

 

FDP

Digitale Gesundheitsdienstleistungen sollen konsequent ausgebaut werden. „Die Digitalisierung verbindet dabei das Ziel des Bürokratieabbaus mit der Entschlackung von Diagnostik-, Dokumentations- und Abstimmungsprozessen und erweitert Forschungsmöglichkeiten zur Bekämpfung von Krankheiten.“

„Dabei setzen wir uns für die technischen Möglichkeiten des freiwilligen, direkten und sicheren Datenaustauschs zwischen den Beteiligten im Gesundheitswesen bei Sicherung des höchstmöglichen Niveaus an Datenschutz und -sicherheit ein."

 

Alternative für Deutschland – AfD 

Die AfD lehnt die Schaffung einer zentralen Datenbank zur Speicherung sensibler Gesundheitsdaten ab. Befürwortet wird aber die Speicherung eines Notfalldatensatzes, einschließlich eines Medikamentenplans und einer Patientenverfügung, direkt auf der Gesundheitskarte.

Für die Speicherung und den Austausch weiterer Gesundheitsdaten schlägt die Partei neben dem Datenaustausch in Praxisverbünden, die Schaffung eines elektronischen Gesundheitspasses vor, bei dem die Daten nicht zentral, sondern direkt auf dem Medium gespeichert werden. In allen Fällen darf dies nur auf freiwilliger Basis erfolgen.

Telemedizin & Digitale Gesundheitsleistungen

CDU/CSU

Durch den Einsatz von Telemedizin soll es einfacher werden, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für immer mehr Menschen unabhängig von ihrem Wohnort zugänglich zu machen.

 

SPD

Die Telemedizin soll konsequent gefördert werden und insbesondere die Versorgungsstrukturen gerade in weniger besiedelten Bereichen entscheidend verbessern oder erst ermöglichen.

 

DIE LINKE

keine Angaben im Wahlprogramm

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 

keine Angaben im Wahlprogramm

 

FDP

Digitale Gesundheitsdienstleistungen sollen konsequent ausgebaut werden. „Die Digitalisierung verbindet dabei das Ziel des Bürokratieabbaus mit der Entschlackung von Diagnostik-, Dokumentations- und Abstimmungsprozessen und erweitert Forschungsmöglichkeiten zur Bekämpfung von Krankheiten.“

 

Alternative für Deutschland – AfD 

keine Angaben im Wahlprogramm

Sonstige Punkte zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

CDU/CSU

Die Union will „die Rechte der Patientinnen und Patienten auch durch verständlichere Gesundheitsinformationen und mehr Transparenz im Hinblick auf die Qualität der medizinischen und pflegerischen Leistungen“ stärken. Es soll ein Nationales Gesundheitsportal geschaffen werden, „das wissenschaftlich abgesicherte und verständliche Informationen bündelt und im Internet zur Verfügung stellt.“

„Modernste Assistenzsysteme werden Menschen im Alltag von schweren Tätigkeiten entlasten und in vielfältiger Weise unterstützen. Gerade für ältere Menschen ist dies besonders wichtig. Ihnen kann so dabei geholfen werden, länger als bisher selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.“

 

SPD

Stärkung der digitalen Selbständigkeit insbesondere der älteren Generation durch Stärkung der Erwachsenenbildung.

Was sagen Sie zu den Programmen? Welche Punkte fehlen aus Ihrer Sicht?

Kommentare

  1. Eva

    Wie sicher sensibel und zentral gespeicherte Daten sind haben wir in der jüngeren Vergangenheit hinlänglich gesehen - siehe Telekomskandal durch Hacker!

    vor 1 Jahr
  2. Eugen Rehm

    Wie sicher Daten im Internet gespeichert werden können
    sagt ihnen der CCC
    (Chaos -Computer-Club)
    -
    Alles das, was die Parteien über Datenschutz sagen
    ist m. E. nur heisse Luft ohne Substanz.
    -
    Die Worte hör' ich wohl,
    allein ich weiss es heute schon besser!

    vor 1 Jahr
  3. Christine Becker

    So weit ich weiß arbeiten diese reinen Online-Dienste vom Ausland aus, eben weil reine Fernbehandlung von Menschen, die man sonst noch nie gesehen hat, in Deutschland (noch) nicht erlaubt ist. Online-Dienste zur Unterstützung von "normalen " Therapien gibt es bereits, Sie werden z.B. von Menschen mit Diabetes, oder die stottern oder mit Herzinsuffizienz oder zur Kontrolle von implantierten Defis oder von MS-Patienten genutzt. Manche private Kasse übernimmt die Kosten, bei entsprechender Studienlage und Verlässlichkeit des Dienstes auch manche gesetzliche Kasse. Sehr oft läuft der Einsatz noch in Modellregionen, Studien oder Pilotprojekten oder Modellvorhaben. In einzelnen Regionen übernimmt der Landkreis wohl Kosten für eine elektronische Patientenakte.
    Hier, in diesem Forum, sollte m.E. zunächst mal differenziert und mit Praxisbeispielen gezeigt werden was Digitalisierung im Gesundheitswesen überhaupt heißt, sowohl für Patienten als auch für Pflegekräfte oder Ärztinnen oder auch für die Betreuungspersonen/ Angehörigen.

    vor 11 Monate
  4. Redaktion

    Liebe Frau Becker,

    danke für Ihren Kommentar! Vor kurzem ist unsere Debatte zur „Digitalisierung“ gestartet. Schon jetzt können Sie unter https://www.landdergesundheit.de/digitalisierung mehr über Pro und Contra von Big Data im Gesundheitswesen erfahren. In Kürze werden wir auch die Folgen der Digitalisierung des Gesundheitswesens für Arzt und Patient in einem Beitrag thematisieren. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Debatte weiter verfolgen und mitdiskutieren.

    vor 10 Monate

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