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Dieselgate_Gesundheit

Was „Dieselgate“ mit Gesundheit zu tun hat

Der Dieselgipfel ist vorbei, doch Dieselgate bewegt weiter die Gemüter – und die Herzen. Einerseits geht es um Entschädigung, Fahrverbote und Hard- oder Softwarelösungen. Frankreich und England planen bereits den Ausstieg aus Verbrennungsmotoren, während Deutschland sich damit schwertut.

Auf der anderen Seite hat die unbegrenzte Mobilität massive Folgen für die Gesundheit: Zu hohe Werte an Stickoxiden in der Atemluft verantworten Schlaganfälle, Infarkte und Lungenleiden. Und dabei ist eine weitere Folge des vielen Autofahrens noch gar nicht eingerechnet: Übergewicht, Herz-Kreislaufprobleme und Rückenbeschwerden sind auch darauf zurück zu führen, dass man heute nicht mehr zum Bäcker läuft, zur Arbeit radelt oder wenigstens zur S-Bahn sprintet, sondern sich kaum noch aus seiner Komfortzone, dem Fahrersitz, erhebt.

Dass sich das Erheben aus dem Autositz nicht nur positiv auf die Atemluft auswirken könnte, sondern sogar sichtbare Vorteile für jeden Umsteiger bringt, zeigten britische Forscher bereits 2014 im British Medical Journal. An insgesamt 7.500 Pendlern wiesen sie nach, dass Männer, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommen, durchschnittlich drei Kilogramm leichter sind als Männer, die mit dem Auto fahren. Bei Frauen liegt der Unterschied immerhin noch bei 2,5 Kilogramm. Und dass sich regelmäßige Bewegung nicht nur optisch bemerkbar macht, rechneten Forscher aus Harvard bereits 2012 im Medizinjournal Lancet vor: Weltweit seien mehr als 5 Millionen Todesfälle vermeidbar, unter anderem durch Herzinfarkte, Diabetes Typ 2 sowie Brust- und Darmkrebs, wenn man die Menschen dazu anregen könnte, die Couch und den Autositz öfter zu verlassen.

Der Umweltökonom Niko Paech erhofft sich vom Dieselskandal, dass das Auto generell als Statussymbol an Wert verliert und der motorisierte Individualverkehr insgesamt auf den Prüfstand kommt. Im Deutschlandfunk lobte er kürzlich „die unglaublich tollen Potentiale“, die der öffentliche Verkehr und das Fahrrad gerade für die Fortbewegung in der Stadt hätten. Wenn Dieselgate also dazu führen würde, dass mehr Menschen vom Auto aufs Fahrrad oder in öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, dann hätte es sich – zumindest für die Gesundheit – gelohnt!

Wie sehen Sie das – verändert Dieselgate Ihre Mobilität hin zu mehr Fortbewegung per Fahrrad, Carsharing beziehungsweise E-Mobility?

Kommentare

  1. Mechthild

    Das ist eine komplexe Situation, da diverse Industrien und Interessen dahinter hängen (...)
    Sicherlich kann jede Person ihre Fortbewegung gesunder und effizienter gestalten. Die Problematik liegt in der Umgewöhnung: Deutschland ist ein Autoland. Bin sehr gespannt auf weitere Studien zu diesem Thema.

    vor 1 Jahr
  2. Axel

    Ich werde kein weiteres Auto mehr kaufen, aber nicht wegen diesem Diesel Hype, sondern weil ich schon länger entschieden habe das ein Auto einfach zu teuer ist in Anschaffung und Unterhalt.
    Ich werde bei Bedarf zum Carsharing greifen, für Freizeit kommt ein kleines Motorrad.

    vor 1 Jahr
  3. Anonym

    Nur mal so als weiterführende Anekdote: http://taz.de/Kommentar-Abgasskandal/!5441773/

    vor 1 Jahr

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